
Wer unserer Seite schon länger folgt, der weiß, dass unser Herz für das Land der aufgehenden Sonne schlägt. Dies liegt zum einen an den wirklich tollen Möglichkeiten zum Fotografieren vor Ort und an der sehr interessanten Kombination aus Fliegerei, Landschaft und Kultur. Im Laufe der vielen Jahre haben wir in Japan auch Freunde gefunden, die uns sehr ans Herz gewachsen sind. Aus diesem Grund und um noch möglichst viel für mein Buchprojekt zu recherchieren und zu fotografieren reiste ich 2024 zwei mal in mein Lieblingsland. Im Sommer kombiniert mit dem Familienurlaub und im Herbst als reine Luftfahrtreise.
Dies wird der erste Teil meines Japanjahres 2024, von dem ich hier noch nicht so genau weiß, wie viele Kapitel es am Ende werden. In diesem Kapitel beschäftigen wir uns mit den Hubschraubern und den wenigen Flugzeugen der Japan Ground Self Defence Forces(JGSDF), also der Army. Die JGSDF ist Japans älteste Teilstreitkraft seit der Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihre Flugplätze, i.d.R. als Camps bezeichnet, verteilen sich über das gesamte Land. Vom Norden Hokkaidos bis nach Naha auf Okinawa sind die Hubschrauber stationiert. Keine andere Teilstreitkraft erreicht eine solche Ausdehnung im Land. Die Army ist mit rund 150.000 aktiven Soldaten auch die größte Teilstreitkraft der SDF.
Im Jahr 2024 besuchte ich mehrere Plätze, von denen Camp Akeno in der Präfektur Mie der wichtigste und größte war. Schon im Sommer verbrachte ich einen Vormittag auf der Aussichtsplattform des Flughafen Sapporo-Okadama. Weniger erfolgreich waren wir im Herbst in Camp Yao in der Nähe von Osaka und in Camp Tachikawa. Als letzter Platz auf den diesjährigen Reisen stand Kumamoto auf Kyushu im Programm. Auch hier flog nicht viel, doch es gab eine der noch seltenen V-22 Ospreys.
Die Bilder oben geben einen Überblick, welche Hubschrauber und Flugzeuge der JGSDF ich im Jahr 2024 vor die Linse bekam. Eigentlich sind alle aktuellen Typen vertreten, es fehlte nur ein AH-64J Apache. Die wenigen vorhanden Exemplare sind in Camp Metabaru auf Kyushu stationiert, wo man praktisch nicht fotografieren kann. Das Beschaffungsprogram für den AH-64 wurde vor einigen Jahren gestoppt, denn die Zukunft der Angriffsfähigkeit der JGSDF sieht man in Drohnen.
Gleiches gilt für die japanische Eigenentwicklung OH-1 Ninja. Er wurde bei Kawasaki entwickelt und sollte den OH-6 ersetzen. Nach mehreren technischen Problemen und z.T. jahrelangen Flugverboten wird auch er keine große Zukunft mehr in den Streitkräften haben. Die Serienproduktion lief ab 1999 mit einer jährlichen Rate von zwei Einheiten. Im Jahr 2024 sollten eigentlich alle 45 bestellten Exemplare ausgeliefert sein.
Der nächste Bilderblock zeigt einige Ninja´s in Camp Akeno und Camp Yao, wo ich sie 2024 vor die Linse bekam.
Wie bereits oben geschrieben, hatte ich im Sommer 2024 einige Stunden in auf der Aussichtsplattform in Okadama verbracht. Okadama ist der eigentliche Flughafen von Sapporo und wickelt in der Masse regionalen Verkehr auf der Insel Hokkaido ab. Früher waren es Saab 340, die diese Aufgabe erfüllten, heute sind es ATR 42 in den Farben der JAL. Daneben ist der Platz Heimat einer UH-1 Einheit der JGSDF, die zumindest unter der Woche an Vormittagen recht aktiv sind.
Als es gegen Mittag wirklich heiß wurde und der Rest der Familie los wollte, hörte ich in der Ferne das typische Klopfen der Bell. Es kam jedoch keine Huey, sondern vier AH-1 Cobras aus Obihiro. Dieser Platz liegt im Osten von Hokkaido und ist von außen kaum einsehbar. Umso größer war meine Freude über diese unerwartete Zugabe.
Den Abschluss dieses kurzen Reports über meine Erlebnisse mit der JGSDF im Jahr 2024 machen drei Bilder aus Kumamoto. Vom Besucherdeck ist es nicht ganz einfach die Hubschrauber zu erwischen, da sie bei Start und Landung nicht immer der Bahn folgen. Die brandneue V-22 Osprey tat es dann zu unserem Glück und ich habe jetzt wenigstens eine. Die aktuelle Heimat der Flotte ist die komplett neu errichtete Basis am Flughafen in Saga, welche direkt ggü. der Rampe eine hervorragende Fotoposition besitzt.