(By Richie Becke)
Anfang Juni 2024 war der Flughafen Willy Brandt in Berlin Schönefeld wieder Standort für die Internationale Luftfahrt Ausstellung. 600 Aussteller aus 31 Nationen zogen ca. 95000 Besucher an. Unter dem Motto „Pioneering Aerospace“ wurden viele Facetten der Luft- und Raumfahrt gezeigt und diskutiert.
Augenscheinlich war der militärische Anteil in allen Bereichen ein großer. Von der Nachwuchswerbung bis zur Vorstellung neuer Technologien und Projekte wurde ein vielfältiges Programm geboten.
Die F-35 als amerikanisches Produkt eines der zukünftigen Kampfflugzeuge in der deutschen Luftwaffe wurde erstmalig hier im Flug vorgeführt. Die Maschine war zur ILA nicht auf dem Gelände der Ausstellung stationiert, sondern auf dem südlich von Berlin gelegenen Fliegerhorst Holzdorf, wo sie an dem zeitgleich stattfindenden Tag der Bundeswehr ebenfalls im Flug vorgeführt wurde. Nach den Flugvorführungen in Berlin und am Platz in Holzdorf wurde die Maschine dann dem interessierten Publikum auch auf dem Boden gezeigt. Die Maschine kam aus Lakenheath von der 495th Fighter Squadron.
Entlang der Start- und Landebahn reihten sich alleine von der Bundeswehr fast 30 Fluggeräte dicht an dicht: Kampf- und Rettungshubschrauber von Heer, Marine und Luftwaffe, die Transportflugzeuge A-400M und KC-130J, der Transporthubschrauber CH-53, der Bordhubschrauber NH-90, die Kampfjets Eurofighter und Tornado sowie der Seeaufklärer Boeing P-8 Poseidon konnten besichtigt werden.
Eine Neuheit im Bereich der militärischen Luftfahrt ist die „Grille“. Die Avilus MEDEVAC-Drohne revolutioniert die Notfallhilfe, indem sie Verletzte auch in unzugänglichen Regionen präzise ansteuert und mit Erster Hilfe versorgt. Airbus stellte u.a. interessante Zukunftsprojekte vor, so das UAV Loyal Wingman und die Eurodrohne, wobei bis zum Jahr 2030 20 Eurodrohnen beschafft werden sollen, um sie dann vom Fliegerhorst Jagel einzusetzen.
Drohnentechnik war auch von vielen anderen Herstellern in jeder Größe zu besichtigen bzw. wurden in den verschiedenen Hallen vorgestellt. Dem Thema erwächst seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine eine zunehmend größere Bedeutung und die Erkenntnisse aus der aktuellen Kriegsführung nehmen Einzug in die Entwicklungen auch deutscher Drohnenhersteller. Eine Zusammenarbeit mit der Ukraine wurde oft berichtet.
Neben den militärischen Flugvorführungen wurde u.a. auch der Airbus A321XLR geflogen. Die A321XLR bietet eine Reichweite von bis zu 8700 km, was einem 11-Stunden Nonstop-Flug, beispielsweise von London nach Vancouver entspricht. Mit einem um 30% geringeren Treibstoffverbrauch pro Sitzplatz im Vergleich zu Flugzeugen der vorherigen Generation, sowie geringeren NOx-Emissionen (Stickstoffoxid) und Lärm leistet die A321XLR zudem einen Beitrag zum nachhaltigen Fliegen.
Der Raumfahrt wurde wieder eine Ausstellungshalle gewidmet, neben einem Modell der Rakete Ariane 6 und vielem anderen, waren die zukünftigen Artemis Missionen in Richtung Mond Thema. Das geplante Trainingszentrum LUNA in Köln, das Astronauten auf Mondmissionen vorbereiten soll, wurde präsentiert.
Die ILA2024 zeigte alte Bekannte aber auch viel Neues, insgesamt eine interessante Mischung für Experten und Interessierte.
Die nächste ILA ist für den Zeitraum 10. Bis 14. Juni 2026 geplant.