Im Mai 2024 ging einer der dienstältesten Hubschrauber, der sich noch im aktiven Einsatz befand in Rente. Das österreichische Bundesheer verabschiedete sich von der SA-319 Alouette III und der Nachfolger die Leonardo AW-169 übernahm. 57 Jahre hatten die Heli´s im Transportwesen, der Rettung und der Katastrophenhilfe zuverlässig ihren Dienst erledigt. Doch irgendwann kommt auch für das bewährteste System ein Ende, da die Wartung teuer, der notwendige Klarstand schwer zu halten und die Ersatzteillage schwierig wird. Auf dem Fliegerhorst Aigen in der Steiermark präsentierte das Bundesheer dann auch gleich den Nachfolger, den leistungsstarken AW-169 aus italienischer Produktion.
Am Himmel boten die Hubschrauber ein tolles Flugprogram. Angefangen mit einer komplexen taktischen Lage, an der alle Typen des Bundesheeres teilnahmen, über eine Feuerlöschsimulation und den Materialtransport. Alles typische Aufgaben für einen Helikopter. Daneben zeigten Fallschirmspringer, das Eurofighter-Displayteam und eine Bo-105 der Flying Bulls ein abwechslungsreiches Programm. Die AW-169 zeigte in ihrer Vorführung eindrucksvoll ihre Leistungsreserven.
Ein Dienstalter von 57 Jahren ist eine Marke, die ein Waffensystem nur in wenigen Streitkräften erreicht. Die ersten Maschine wurden 1968 in Dienst gestellt. Insgesamt wurden 24 Exemplare des Typs beim Hersteller bestellt, der damals noch Sud Aviation/Aerospatiale hieß und aus dem später Eurocopter hervorging. Heute ist dieser Hersteller Teil von Airbus Defence und hat Standorte in Frankreich, Deutschland und Spanien. Selbst im Auslandseinsatz waren die Maschinen anzutreffen, viele Jahre flogen sie im Rahmen von EUFOR/ALTHEA in Bosnien und Herzegowina.
Die Entscheidung für einen Nachfolger aus italienischer Produktion kommt nicht von Ungefähr. Neben der AW-169 Lion wird das Bundesheer auch die MB-346 als Jettrainer erhalten. Damit ist man eine umfassende und langfristige Kooperation mit Leonardo eingegangen, die durch die geografische Nähe begünstigt wird. Zwölf Maschinen des hochmodernen Hubschraubers werden in Aigen stationiert werden.