Island's Luftfahrtwelt in Coronazeiten...


(by Axel Juengerich)

 

In diesem Sommer ein Reiseziel zu finden, welches nicht als Covid-19 Hochrisikogebiet gilt und gleichzeitig für Touristen geöffnet ist, war nicht einfach. Kurzfristig fiel unsere Wahl auf Island und nach schneller Buchung der Flüge, der Unterkünfte und des Mietwagens ging es am 6. August für 11 Tage genau dorthin. Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten Islands wurde bei dieser Gelegenheit natürlich auch der Luftfahrt Islands ein wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Wie überall auf der Welt ist der kommerzielle Luftverkehr auch hier sehr eingeschränkt. Viele Fluggesellschaften fliegen Island derzeit nicht an, die Flugpläne sind arg ausgedünnt.

 

 

 

Im Südwesten Islands gibt es zwei Flughäfen, auf denen der Hauptverkehr der Region abgewickelt wird:

 

 

 

 

 

Reykjavík Airport

 

 

Der Reykjavík Airport (Reykjavíkurflugvöllur, RKV), der hauptsächlich inländischen Verkehr, sowie Geschäftsreise- und Überführungsflüge kleinerer Flugzeuge zwischen Kontinentaleuropa und Nordamerika abwickelt - und den Keflavik Airport (Keflavíkurflugvöllur, KEF) für den intenationalen Passagier- und Frachtverkehr, sowie militärische Flüge und Tankstops größerer Flugzeuge. Auf dem Reykjavik Airport gibt es außerdem noch einige Flugschulen und Fliegerklubs, auf beiden Flughäfen unterhält die isländische Küstenwache (Landhelgisgæslan) größere Basen.

 

 

 

Die durchschnittliche Zahl an Regentagen in der Region für den Monat August beträgt neun Tage, welche dieses Jahr alle in unseren Aufenthalt fielen... Einige Regenpausen wurden dann aber zu schnellen Ausflügen an die Flughäfen genutzt.

 

 

 

Am Flughafen Reykjavik sind zwei Fluggesellschaften beheimatet, welche die Hauptstadt vorwiegend mit Regionalflugplätzen im Norden und Osten des Landes verbinden: Die Air Iceland Connect (bis 2017: Flugfelag Islands ehf) und die Eagle Air of Iceland (Flugfélagið Ernir ehf).

 

 

 

Während die Eagle Air mit ihrer Flotte von Dornier 328, Jetstreams 31 / 32, kleineren Cessna´s und einer Piper nur im Inland aktiv ist, operiert die Air Iceland Connect mit ihren fünf DHC-8 (drei -200er und zwei 400er) auch Strecken nach Grönland und auf die Faröer Inseln.

 

 

 

 

Ein paar Bizjets, kleineren Flugzeuge der ortsansässigen Flugschulen, sowie Überführungsflüge kamen uns auch vor die Kamera:

 

 


 

 

 

Unsere Besuche der Küstenwachenbasis waren recht ergiebig, wir hatten Glück und fanden jedes Mal ein anderes Mitglied der Flotte!

 

 

 

Kevlavik Airport

 

 

Der Keflavik Airport bietet in diesen Zeiten leider nicht sehr viel abwechlungsreichen Verkehr. Neben der nationalen Icelandair ist die Wizz Air sehr aktiv, sie scheint einen großen Anteil der Strecken der bankrotten Wow Air übernommen zu haben. Daneben finden auch einzelne Flüge der SAS, Lufthansa, British Airways, Aer Lingus, KLM, Vueling, Air Greenland, etc., statt.

 

 

Den Löwenanteil hat hier natürlich Icelandair mit ihrer Flotte von recht betagten Boeing 757 und 767. Die neuen Boeing 737-MAX stehen geparkt außer Landes und wenn man lokalen Gerüchten Glauben schenken darf, werden diese möglicherweise nicht mehr zurückkommen. Am Flughafen KEF sind mehrere Boeing 757 stillgelegt und eingemottet, da auch sie zur Zeit nicht gebraucht werden. Alle vier 767 hingegen waren während unseres Besuchs aktiv.

 

 

 

 

 

 

Außer dem zurzeit spärlichen Zivilverkehr bietet der Keflavik Airport auch noch interessanten militärischen Verkehr. Obwohl es keine fest installierte Basis der amerikanischen Streitkräfte mehr auf Keflavik gibt, sind dort regelmäßig Einheiten der US Air Force und der US Navy zu Gast, so zum Beispiel U-Bootjäger der US Navy und Transportflugzeuge der US Air Force (Georgia ANG), die wir dort vorfanden. Eine Überraschung war für uns der Tankstop eines Airbus A400M der deutschen Luftwaffe, der auf dem Weg nach Shepard AFB in Texas war.

 

 

 

 

 

Bei der Ausfahrt aus dem Gelände der ehemaligen Keflavik Air Base entdeckten wir dann noch diese sehr schön restaurierte F-4 Phantom der US Air Force. Lackiert ist sie zwar in den Farben der früher hier stationierten 66-0300 mit den Insignien des ehemaligen Kommandeurs der 57th FIS (Fighter Interceptor Squadron), tatsächlich handelt es sich jedoch um die 72-1407. Die originale 66-0300 war die letzte F-4, die nach der Einführung der F-15 aus Island abgezogen wurde.

 

 

 

United States Air Force McDonnell Douglas F-4E Phantom II 66-0300 (72-1407), KEF, 12. August 2020
United States Air Force McDonnell Douglas F-4E Phantom II 66-0300 (72-1407), KEF, 12. August 2020

Akureyri Airport

 

 

Die Regentage waren etwas nervig und als wir sahen, dass an einem Tag für Akureyri im Norden der Insel sehr schönes Wetter vorhergesagt war, buchten wir kurz entschlossen Flüge mit Air Iceland Connect dort hin. Das in Akureyri auch das nationale Luftfahrtmuseum beheimatet ist, war dabei nicht ganz unmaßgeblich. Akureyri ist auch Basis der Norlandair, die mit ihren drei DHC-6 Twin Ottern, einer Beechcraft King Air und einer Gippsland GA8 Airvan inländische Plätze, aber auch Nerlerit Inaat in Grönland anfliegt.

 

 

Das nationale Luftfahrtmuseum (Flugsafn Islands) in Akureyri ist zwar klein, aber sehr fein. Viele der Exponate sind flugfähig und werden von ihren Besitzern je nach Bedarf auch betrieben, was zu oftmaligen Wechsel der Ausstellung führt. Wir hatten Glück und fanden bei unserem Besuch auch die in Icelandairfarben lackierte und flugfähige Douglas DC-3 vor. Wenn man in der Gegend ist, sollte man das Museum unbedingt besuchen!