"Goodbye Huey" in Eisenach


 

 

Nachdem Richie im BwK Hamburg erfolgreich war, entschieden Sarah, Karl-Michael und Lars unser Glück mit der 73+08 in Eisenach zu versuchen. Nachdem für Spotter eher mageren Programm in Frankfurt einige Wochen zuvor hofften wir an dem kleinen Platz auf ein besseres Ergebnis und wir sollten nicht enttäuscht werden.

 

EDGE mit seiner gut 1700m langen Betonpiste ist sonst eher nicht das Ziel von Luftfahrtbegeisterten. Doch nachdem auch die Lokalpresse von dem bevorstehenden Ereignis berichtet hatte und ja seitens des Transporthubschrauberregiments die Werbetrommel ordentlich gerühert wurde, versammelten sich gut 150 Menschen am Zaun.

 

 

copyright by Sarah Pfannkuch
copyright by Sarah Pfannkuch

Die UH-1 in der Bundeswehr

 

 

Die UH-1 entpuppte sich für den Hersteller Bell als echter Kassenschlager. Bis heute wurden über 16.000 Exemplare aller Versionen gebaut. In den deutschen Streitkräften flogen 360 Maschinen, von denen das Heer mit 204 die meisten Exemplare betrieb. Die Luftwaffe flog 136, das BMVg 7 und der BGS 13. Mit der Ankunft der ersten vier Exemplare in Manching 1966 begann in der Bundeswehr das Zeitalter des "Teppichklopfers". Diese stammten noch aus den USA und waren von Bell gefertigt. Der überwiegende Teil der deutschen Huey´s kamm allerdings von Dornier aus Oberpfaffenhofen.

 

Die Bezeichnung der deutschen UH-1 als Version "D" entspricht nicht der amerikanischen Nortation. Tatsächlich handelt es sich um die Ausführung UH-1H mit einem 1400 PS starkem Lycoming T53-L-13B-Triebwerk und auf dem Kabinendach liegenden Staurohr. Auch die UH-1D des Bundesgrenzschutz entsprachen dieser Version und stammten aus Oberpfaffenhofen. Die erste deutsche Serienmaschine kam im Herbst 1967 zur Truppe.

 

 

Bilder von Lars:

 

 

Über mehr als 50 Jahre war die UH-1D der Standardhubschrauber der Bundeswehr bei Heer und Luftwaffe. Er erfüllte vielseitige Aufgaben im Bereich des Lufttransports und des Zivilschutzes. Die Aufgaben des Kampfhubschraubers übernahm erst der Bo.-105 und später der Tiger, für die schweren Lasten hatte man den CH-53. Für alles andere hatte man die Huey. Sie war an verschiedenen  Standorten verteilt über ganz Deutschland stationiert und auch im Ausland aktiv.

 

Sie unterstützte die Soldaten beim Einsatz im ehemaligen Jugoslawien und Somalia, leistete Katastrophenhilfe in Italien, der Türkei und anderen Staaten. In Deutschland bekämpfte sie Waldbrände, genauso wie Hochwasser und war im SAR-Dienst unterwegs. Und in Anlehnung an den berühmten Werbeslogan des VW Käfers blieb am Ende festzuhalten sie flog und flog und flog. Am 23.06. diesen Jahres wird die 73+08 ihre Heimat in Niederstetten zum letzten Mal verlassen und Teil der Sammlung des Hubschraubermuseums Bückeburg werden.

 

 

Bilder von Sarah: