Wüstenkrieg auf Rømø


(by Richie Becke)

 

 

so fanden sich Überschriften in den dänischen Medien. Sie könnten auch gelautet haben „Zahlreiche Urlauber stauten sich am Strand von Rømø“.

 

 

 

Grund hierfür war die Sperrung eines zentralen Strandabschnittes der Küstenlinie, die auch mit Automobilen befahren werden kann und darf, was bei den Urlaubern recht beliebt ist.

 

 

Parallel zur Wasserkante spannte sich eine rot-weiße Markierung, die am 10. Juli 2019 ein militärisches Flugfeld vom beliebten Strand trennte. Einige wenige Wachsoldaten sicherten diese Markierung und gaben freundlich Auskunft, über den Sinn des Ganzen:

 

 

Die dänische Luftwaffe und andere NATO-Partner würde für ein paar Stunden diesen Strandabschnitt für Flugoperationen (Unter dem Namen Beachlanding Lakolk Beach 2019) nutzen. Diese Information wurde mit Erstaunen und einen guten Stück Neugier aufgenommen. Man stellte sich an der Markierung auf und harrte der Dinge, die da kommen sollten.

 

 

 

Und sie sollten kommen…

 

 

 

 

 

 

Gegen 10 Uhr tauchte dann am Himmel die erste Maschine, eine C-130J Hercules der heimischen Luftwaffe auf, drehte ein paar Runden über den Köpfen der Besucher als wolle sich der Pilot vergewissern, daß auch alle aufmerksam wären.

 

 

 

Kurze Zeit später ging die Maschine in den Landeanflug über, schwebte über die Dünen und setzte unter dem Staunen Vieler auf dem Sand auf.

 

Nach einem kurzen Bremsmanöver, einer Wendung, rollte das Flugzeug zum entgegengesetzten Ende der sandigen Landebahn zurück, positionierte sich am Ende der nunmehr zur Startbahn gewordenen Fläche und startete, als wenn es nichts Leichteres als das gäbe.

 

 

 

Die Wachsoldaten, die vom Fliegerhorst Skrydstrup teilten weiterhin mit, die niederländische Luftwaffe hätte um eine solche Trainingsmöglichkeit angefragt. Diesem Ansinnen hat sich dann die dänische und belgische Luftwaffe angeschlossen. Das Landen auf unbefestigten Landebahnen sollte hier geübt werden. Dazu sollten Maschinen vom Typ Hercules jeweils mehrere Anflüge und Landungen durchführen.

 

 

 

Ein Angehöriger der niederländischen Luftwaffe gab an, dieses Szenario sei Bestandteil der Instruktorenausbildung (Transport Weapon Instrcutor Course) und zur Erreichung der Ausbildungszieles benötigen die Piloten Erfahrungen mit solchen oben beschriebenen Landungen.

 

 

 

Ich war Zeuge, wie die Markierungen für die Landebahn gesetzt wurden, wobei ich erstaunt war, wie schmal der „Landestreifen“ gestaltet wurde. Für mich als Luftfahrtbegeisterten erschien es eine reife Leistung zu sein, als Pilot, diesen Strich in der Landschaft zu finden und dann noch auf ihm ein Flugzeug von der Größe der Hercules landen und zum Stillstand bringen zu können.

 

Neben einer Funk- bzw. Kontrolleinheit waren noch Kräfte der Fliegerhorstfeuerwehr Skrydstrup am Strand präsent.

 

 

 

Nach ein paar Stunden mit Flugoperationen wurde die Markierung wieder entfernt, die Feuerwehr fuhr nach Hause und der Strand wurde wieder seiner Bestimmung nach, den Urlaubern übergeben.

 

 

 

Kurze Zeit danach sah es aus, als wäre nie ein Flugzeug auf dem Strand gelandet.

 

 

 

Die dänische Luftwaffe soll solche Manöver regelmäßig durchführen. Hierzu gibt es drei Strandabschnitte an der langen Küstenlinie des Landes, die sich für Flugoperationen eignen.