NASA/DLR-Forschungsflüge


 

 

Vor rund 20 Jahren begann die Zusammenarbeit der NASA und des DLR, um die Auswirkungen der Luftfahrt auf die Umwelt und insbesondere das Klima zu erforschen. Trotz dieses langen Zeitraumes sind noch nicht alle Auswirkungen abschließend erforscht. Eigentlich stehen wir bei bestimmten Fragen erst am Anfang. So auch beidem nun zu erforschenden Testfeld, das Bestandteil des Gesamtprojektes ist. Wie wirken sich die Rußemissionen auf die Bildung von Kondensstreifen und damit auf die Wolkenbildung und das Klima aus.

 

 

Das Forschungsvorhaben der beiden Organisationen nennt sich ND-MAX/ECLIF (NASA/DLR-Multidisciplinary Airborne eXperiments/Emission and CLimate Impact of alternative Fuel). Wie der Name schon verrät, geht es darum, ob die Beschaffenheit der Kraftstoffes Auswirkungen auf die Emissionen der Triebwerke hat. Nach vielen theoretischen Berechnungen, war es nun an der Zeit sich der Fragestellung mit einem Experiment zu nähern. Dies geschah während einer gemeinsamen dreiwöchigen Kampagne am Himmel über Deutschland.

 

 

Acht Flüge mit den beiden Forschungsflugzeugen starteten von der Ramstein Air Base aus und führten in einen reservierten Luftraum östlich von Rostock. Als Versuchsträger diente das DLR-Forschungsflugzeug ATRA. Die Messungen wurden mit der DC-8 der NASA durchgeführt. Die ATRA wurde mit drei verschiedenen Kraftstoffen betankt, herkömmlichen JET A1 und zwei alternativen Flugbezinsorten denen Biokraftstoff in unterschiedlicher Konzentration beigemischt wurde. Diese mussten vorher bei den Behörden zertifiziert werden.

 

 

 

 

 

Die Flüge

 

 

Die Ramstein Air Base bot ideale Bedingungen für das Experiment. Da die DC-8 mit ihren Sensoren am Boden nicht auf herkömmliche Weise enteist werden kann, wurde sie als Schutz vor dem kalten feuchten Winter in Deutschland in einem Hangar untergebracht. Auch die drei Kraftstoffarten mussten getrennt und unter den strengen Bedingungen des Experiments gelagert werden. Dies sind nur zwei Punkte, die ein ziviler Flughafen in der Bundesrepublik an Logistik so hätte nicht leisten können.

 

 

Bei allen Flügen startete zuerst die ATRA (Advanced Technology Research Aircraft), gefolgt von der DC-8. Im Operationsgebiet angekommen folgte die Douglas dem Airbus in verschiedenen Abständen und „schnüffelte“ in ihrem Abgasstrahl. Gemessen wurden u.a. die Anzahl und Form der Rußpartikel, da diese unmittelbare Auswirkungen auf die Beschaffenheit und Langlebigkeit der Kondensstreifen haben. Die Wahl, den Airbus als Versuchsträger zu nehmen, ergab sich daraus, dass er kleiner ist und aufgrund seiner Winglets weniger Verwirbelungen produziert, als die größere DC-8.

 

 

Die umfangreiche Messtechnik aus Deutschland wurde in den vergangenen Monaten nach Palmdale in Kalifornien verschifft und dort durch die Techniker des DLR und der NASA eingebaut. Besonders beeindruckend ist die Powerstation der DC-8, die eher wie eine alte Telefonzentrale aussieht und alle Arbeitsplätze mit Energie versorgt. Bei jedem Flug sammelten die Wissenschaftler tausende von Daten, die nun nach Abschluss der Flüge ausgewertet werden müssen. Mit belastbaren Ergebnissen rechnet man noch vor Jahresende.

 

 

 

 

 

Die Flugzeuge

 

 

Die D-ATRA ist ein Airbus A320. Die Maschine Baujahr 1997 wurde vor ihrer wissenschaftlichen Kariere bei verschiedene Fluggesellschaften geflogen. Gebaut wurde sie für die deutsche Ferienfluggesellschaft Aero Lloyd, flog aber zwischenzeitlich auch für NIKI und Ryan International. Seit 2006 gehört sie dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und ist in Braunschweig stationiert.

 

 

Die Douglas DC-8 der NASA ist schon ein wenig älter. 1969 wurde sie damals noch als DC 8-62 an Alitalia ausgeliefert. Nach mehreren Jahren bei Braniff und Quite Nacelle kam sie 1986 zur NASA. Damals erfolgte auch ihre Umrüstung zur -72 und ihre alten PW JT3D-Triebwerke wurden gegen moderne und leistungsstärkere CFM56-2 ausgetauscht. Obwohl sie nun schon fast 40 Jahre alt ist, plant die NASA noch mindestens bis 2025 mit ihr.